Ist das noch gesund? 10 Warnsignale um ein gestörtes Ess-Verhalten zu erkennen!

Ist das noch gesund? 10 Warnsignale um ein gestörtes Ess-Verhalten zu erkennen!

Was ist der Unterschied zwischen einer achtsamen, gesunden Ernährung und einem zwanghaften Verhältnis zum Thema Essen? Manchmal ist diese Grenze stark verschwommen und natürlich definiert sie sich für jeden persönlich anders. Allerdings kann ich jetzt im Nachhinein sagen, dass ich vor einem Jahr definitiv an einem Punkt war, an dem Abnehmen und Ernährung eine zu große Rolle in meinem Leben gespielt haben. Doch ich erkannte das leider damals nicht.

Deshalb möchte ich heute ein paar Warnsignale aufzeigen und euch anregen über euer eigenes Verhältnis zum Essen nachzudenken. Vor allem diejenigen, die schon lange versuchen abzunehmen, quasi gegen ihr Gewicht kämpfen – denn selbst erkennt man viele Dinge leider erst zu spät.

Was mich dazu inspiriert hat diesen Beitrag zu schreiben? Ich selbst. Ja, klingt sehr egozentrisch aber es war wirklich so – wartet ab, dann versteht ihr was ich meine. Wie ihr wisst gab es ja eine sehr lange Blogpause (hier lest ihr warum) und in meinem Archiv befand sich noch ein alter Entwurf für einen Blogpost. Eine Rohfassung, eine reine Sammlung der Gedanken – was der Titel hätte sein sollen weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr. Aber ich habe diesen Beitrag heute wiederentdeckt, gelesen und mir hat es, wie man so schön sagt, “alle Haare aufgestellt.” Ich werde hier ein paar Auszüge aufgreifen, um klar darzustellen in welchem Mindset ich damals gefangen war.

I hope Karma slaps you in the face before I do

……Das geht soweit, dass man böse wird auf andere. Eine Bekannte, mit der ich shoppen war, hat zum Beispiel ein Kompliment für ihre Figur von der Verkäuferin bekommen. Sie hat jetzt schon 16kg abgenommen und die Verkäuferin hat sie gefragt was sie dafür tut. “Haha, ehrlich gesagt mach ich nichts anders als sonst. Die Kilos fallen geradezu von mir ab!” Da möchte man am liebsten das Fenster öffnen und rausspringen oder der Person einmal kräftig in den unfair dünnen Bauch boxen……

Im Nachhinein gesehen finde ich es einerseits sehr schade, dass ich mich nicht für sie gefreut habe, versteh die Frustration aber bis zu einem gewissen Grad. Doch diese extrem starke, emotionale Reaktion auf das Abnehm-Glück anderer geht dann doch etwas zu weit. Ich kann mir leider gut vorstellen, mit welch heiß glühendem Hass ich sie damals angesehen haben muss. Ich bin mir auch sicher, dass ich diese unzensierte Version nicht so verwendet hätte in dem Artikel – eine abgeschwächte aber auf jeden Fall, ich kenne mich ja! 😉 Auf jeden Fall sieht man da leider ganz klar wie neidisch ich war bzw. wie wenig ich anderen etwas gegönnt habe – nicht sehr nett!

….Es erfordert wahnsinnig viel Zeit und Energie wenn man den ganzen Tag über Training, Ernährungspläne, Makros, Wasser trinken und Schrittzahl-Ziele nachdenkt . Da bleibt wenig Zeit um richtig am Leben teilzunehmen. Einmal habe ich zu meinem Opa, der mich zum Frühstück eingeladen hatte, meine selbstgemachte Haferflocken-Mahlzeit mitgenommen, weil ich es mir nicht erlauben konnte wollte nicht clean zu essen….

Wie auch bei Punkt eins, kann ich mich nur für meine damalige “Mit dem Kopf durch die Wand” Art entschuldigen, doch trotz  des verwunderten Blicks meines Opas kam mir das damals nicht nur normal sondern notwendig vor. Ich hatte das Gefühl Dinge tun zu müssen, um mein Abnehmziel zu erreichen. Und zu dieser Liste an Dingen, die wie ich glaubte, “genau so und nicht anders” sein mussten, kamen immer mehr und mehr Punkte dazu. Denn ich glaubte einfach zu wenig diszipliniert zu sein und sah in jedem weiteren Schritt die mögliche Lösung für mein Gewichtsproblem – bis zu dem Moment an dem sich meine Gedanken, eben wie oben beschrieben, ausschließlich um diese Themen drehten.

Jetzt sehe ich das ganze viel lockerer – (Details zu meinem jetzigen Training und meiner Ernährung erfahrt ihr in einem zukünftigen Beitrag.) Doch vor einem Jahr war ich zu sehr in dieser Spirale gefangen um zu erkennen, das mein Verhalten nicht mehr ganz normal war – und hier möchte ich niemandem zu nahe treten – jedem das seine, solange es einem gut dabei geht. Mir ging es aber eindeutig nicht mehr gut, meine Routine war einfach zu zwanghaft und wenn mich jemand darauf angesprochen hat, ging ich sofort in Abwehrstellung. Denn schließlich wusste ich, dass andere es nicht so streng nehmen und trotzdem topfit sind aber ich sagte oft “Wenn euer Körper so wäre wie meiner, würdet ihr das auch so machen müssen”. Denn das war es was ich glaubte – meinen Körper einfach stärker einschränken zu müssen um die gleichen Ergebnisse wie andere zu sehen.

 

control what you put in your body

 

Erkennt ihr euch vielleicht wieder in manchen dieser Aussagen?

Wenn ihr selbst merkt, dass die Themen rund um Ernährung und Abnehmen einen immer größeren Platz in eurem Leben einnehmen oder ihr von anderen das Feedback bekommen habt, das ihr solche Sachen zu wichtig nehmt, seht euch mal diese kleine Checkliste an:

  • Esst ihr immer eine Zeit lang nach einen gewissen, sehr strengen Ernährungsplan und dann endet eure brave Phase in einer Fress-Attacke nach der ihr euch wie der größte Versager vorkommt?
  • Trackt ihr alles was ihr esst aufs Gramm genau? Auch die halbe Karotte oder das Viertel-Glas Apfelsaft das ihr bei eurer Oma getrunken habt denn es könnten ja diese versteckten Kcal sein die euch dick machen?
  • Versucht ihr zu jedem Preis unter einem gewissen Kcal-Wert zu bleiben?
  • Teilt ihr Lebensmittel in gut und schlecht ein? Und seht wenn ihr z.B. ein Brötchen anschaut, vor eurem inneren Auge die Makros dazu?
  • Macht ihr eine bestimmte Sportart auch wenn es euch keinen Spaß macht, nur weil diese angeblich besonders effektiv beim Abnehmen helfen soll?
  • Oder trainiert ihr mit einer Sportuhr und geht erst dann heim wenn ihr beispielsweise 800 kcal verbrannt habt und keine Minute vorher?
  • Bestraft ihr euch mit extra Sport oder weniger essen nach einer Abweichung von eurem Mealplan?
  • Sagt ihr Aktivitäten mit Freunden ab weil ihr euch Sorgen macht dort vielleicht ungesund essen zu müssen / zum ungesunden Essen verführt zu werden?
  • Oder plant ihr euer nächstes Cheatmeal schon eine Woche vorher, weil ihr so viel unerfüllte Gelüste habt?
  • Hat euch Essen – der Gedanke daran, die Problematik dahinter, schon mal zum Weinen gebracht?

Solltet ihr mehrere Fragen mit ja beantworten, möchte ich euch bitten einfach mal innezuhalten und nachzudenken. Nachzudenken ob vielleicht dieses Thema einen zu großen Stellenwert in eurem Leben hat.

Das Wort “gestörtes” Verhalten zum Essen ist sehr hart aber ich habe es bewusst gewählt um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass sehr zwanghaftes Verhalten meistens nichts mehr mit gesundem Leben zu tun hat. Denn der psychische Stress, den man sich damit aussetzt, zehrt mehr an einem als man es glauben würde.

Liebt euren Körper so wie er ist und versorgt ihn mit allem was er braucht um gesund zu sein – und was das wichtigste ist: Verschwendet nicht eure wertvolle Zeit mit dem Grübeln über etwas, was nebensächlich bleiben sollte.

Alles Liebe

Eure LiLi

 

 

Achtung – in diesem Beitrag geht es nicht um die allgemein bekannten offiziellen Ess-Störungen wie Anorexie, Bulimie etc. – solltet ihr damit zu kämpfen haben, vertraut euch bitte euren Lieben an und/ oder sucht Hilfe von Außen.

1 Kommentar

  1. Raphaela Kamnik
    Mrz 15 / 18:13

    Super schöner Blogpost. Gute Worte hast du gewählt. Danke Lisa 🙂

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